Die Beobachtungsergebnisse belegen deutlich, dass Grönlands mächtige Eisdecke allmählich aber stetig den Kampf gegen die weltweit ansteigenden Außentemperaturen einbüßt. In jedem Hochsommer bringen die Eisberge mehr Wasser ins Meer. Laut einer weit verbreiteteren Lehre liefern die in den Sommerferien im geschmolzenen Wasser enthaltenen Stoffe Planktonblumen vor den grönländischen Ufern. "Unsere Stichproben und Angaben belegen deutlich, dass ein erneuter Rückgang der Eiszeit zu einer weiteren Verringerung der Sommerplanktonblüte führt", sagt Dr. Hopwood.
Es war schon zuvor deutlich, dass mehr als nur die Menge an geschmolzenem Wasser die Planktonblüte beeinflusst hat. Die Tatsache, dass das geschmolzene Wasser immer noch Planktonblüte hervorrufen kann, ist darauf zurückzuführen, wie einige Eisberge es an der Meeresküste unter der Oberfläche ins Wasser abgeben. Mehr als 200 der vielen Grönlands Eisberge befinden sich in äußerster Randlage unmittelbar im Wasser und reichen mehrere hundert Höhenmeter von der See.
Das unter den Gletschern ins Wasser fließende Wasser ist weniger stark als das Seewasser und fliesst daher stark an die Wasseroberfläche. Es entnimmt dem Wasser nitratreiche Tiefenwässer und sichert so das Wachstum von Plankton in den lichtüberfluteten Tiefen. "Wir haben in unserer Untersuchung zum ersten Mal das Mengenverhältnis von Schmelzwasserabfluss und Änderungen in der Nährstoffversorgung der grönländischen Küstengewässer berechnet", sagt Dr. Hopwood.
Die Folge: Das stark gewaschene Tiefwasser liefert mehr als 90 Prozent der Nährstoffmengen, das tatsächliche Schmutzwasser weniger als zehn Pro zen. "Daher wird in der Untersuchung gezeigt, dass ein weiteres Schmelzen der Grönlandgletscher nur unter ganz speziellen Voraussetzungen zu einer Sommerplanktonblüte führen kann, die schließlich mit dem weiteren Schmelzen der Eiszeit endet", resümiert Hopwood die Analyse.
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