Auf sein Lebensentwurf ist Peter Werner besonders immens. Im Jahr 1972 gründet er Höhner, die seither nicht nur in Köln mit Songs wie "Viva Colonia" und "Echte Fründe" erfolgreich sind. Doch in diesem Jahr haben der 66-Jährige und sein Kollege Janus Fröhlich ihren Rückzug von der großen Konzertbühne bekannt gegeben. Weshalb sich Peter Werner für diesen Weg entschieden hat und wie er sich auf den Beginn der Sitzung am kommenden Wochenende freut, enthüllt er in einem Gespräch.
Sehr geehrter Kollege Werner, was machen Sie nächsten Donnerstag, den 11. November? Werner: Ich werde auf jeden Fall zum Heißluftballon zum Sitzungsbeginn in Köln in den Heißluftballon des Heumarktes gehen. Wir werden einen Blick auf meine Kolleginnen und Kollegen werfen und ich bin neugierig, wie die neuen Songs aufgenommen werden. Der andere große Kölner Karneval, die Firma Fööss, boykottiert die Eröffnung der Session, weil es zu viele Leute für sie und vor allem zu viele Säufer auf dem Hubschrauberplatz gibt.
Werner: Der Fasching ist keine starre Struktur, sondern entfaltet sich wie eine Rede weiter. In Köln gibt es jetzt neue Nachwuchsbands wie Kasalla und Cat Ballou. Ein schönes philosophisches Sprichwort gibt es: Es trifft auch auf den Jahrmarkt zu. Es ist schon ein seltsames Gespür, dass du bei der Eröffnung der Sitzung nicht mehr auf der BÃ??hne stehen wirst, zum Beispiel in der Zukunft?
Werner: Es gibt keine Melancholie. Alle sind wir noch Freunde, und ich bin immer noch am Höhner-Projekt beteiligt - aber vor allem im Hintergund, zum Beispiel an der neuen Sendung mit dem Circus Ron-calli. Keine Sorge, wenn wir uns danach sehnen, werden wir mit den Burschen auftreten. Hast du dich danach gefühlt, seit du Ende Juli gegangen bist?
Werner: Ja, zum Beispiel bei den Birlikten gegen die Rechte in Köln. Wir waren zu acht auf der Buhne. Wir werden hier und da Fasching feiern, wenn uns danach ist. Werner: "Der Ausstieg war eine sehr lange und wohlüberlegte Entscheid. Hättest du 1972 vermutet, dass du mit HÖHNERN? s einen solchen Triumph feiern und HÖHNERHOFF-Felsen singen würdest.
An was erinnert ihr euch besonders gerne aus 44 Jahren HÖHNERN? Berühmtes Arschloch-Konzert gegen die Rechte 1992, wo 100000 Menschen auf den Clodwigplatz gekommen sind. Werner: Im Moment erhalte ich viel Beifall von meinen vier Enkeln. Wenn ich dann nicht denke: Mann, Peter, du möchtest da oben in der Kölarena auf der Buehne stehen.
Die Höhner habe ich begründet. Und wenn die Songs das Allerwichtigste sind.
Diese Lieder sind die Feierlichkeiten der Menschen. Fasching, das ist die Sonnenschein im Hohnern. Sie unterstützen das gesamte Lichtspektrum des Hohner. Aber es gibt auch Menschen, die uns während des Karnevals überhaupt nicht mögen, aber gern zu unserer Höhner Rockin' Roncalli Show oder zu den Adventskonzerten kommen. Welche Bedeutung hat der Rummel für dich?
Werner: Der Fasching ist der Ausgangspunkt und die Hauptsäule. Ab Köln geht es in die Bundesrepublik, nicht in die andere Richtung. Aber es ist mir ein Anliegen, dass die Höhner eine rhythmische Mood-Band mit Körperhaltung sind. In Köln setzen wir uns für die Obdachlosen und für sie ein. Werner: Jeder ist etwas ganz Spezielles, aber keiner ist besser.
Niemals hätte ich gedacht, dass ich etwas besser sein würde, nur weil ich auf einer Kutsche stand und die Zuschauer applaudierten. Werner: Ich möchte meiner Gastfamilie, vor allem meiner Ehefrau, etwas wiedergeben. Der 1949 in Köln geborene Peter Werner wurde in der Schweiz als Sohn einer Mutter und eines Sohnes der Firma gegründet. Schon während des Studienaufenthalts lernte er Herrn Johann Fröhlich kennen. 1972 gründet er mit ihm Höhner, aber Werner arbeitet noch mehrere Jahre als Dozent.
Werner und Fröhlich, die beiden letzen Gründer von Höhner, verließen das Unternehmen im Laufe des Monats September.