Es ist eine Erkrankung, sogar die hÃ?ufigste Ursache des Todes, und ein Dienst muss die Einsamkeit bekÃ?mpfen. Wem nützt es denn nun, wenn vereinsamte Menschen für verrückt befunden werden? Jeder, der sich dauerhaft allein fühlte, erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen Herzanfall, einen Schlaganfall oder gar Krebs zu erleiden. Allein zu sein ist für Ihre eigene Sicherheit genauso schädlich wie das Kippen einer Ampel.
Auch Theresa May, die englische Premier, ernannte zu Beginn dieses Jahr eine einsame Ministerin. Ich kämpfe gegen die Einsamkeit und rettere damit die Menschen! Einer derjenigen, die kürzlich die Einsamkeitsdiskussion in Deutschland wieder auf die Tagesordnung gesetzt haben, ist der Bestseller-Autor Manfred Spitzer, Psychiatrieprofessor in Ulm und bekannt für seine erschreckenden und viel beschworenen Werke Digital Dementia and Cyber Disease!
ln seinem neuen Werk Loneliness. Der nicht erkannte Krankheitsfall: Schmerzen, Ansteckung, Tod, der gerade aufgetreten ist, ergreift nun die Einsamkeit: Es ist, so Spitzer, eine "Krankheit" und sogar die "Todesursache Nr. 1". Aber es ist lohnenswert, sich die Untersuchungen genauer anzusehen, die vermeintlich beweisen, wie viel Einsamkeit uns erkrankt.
Um sich zu wundern, welches Gesellschaftsbild diejenigen haben, die am meisten über Einsamkeit schrieben und sprachen. Ein Krankheitsbild, wie die Spitzerin sagt, ist per Definition keine Einsamkeit. Depressionen sind keine Erkrankung, sondern nur eines der Anzeichen einer Erkrankung. Die Einsamkeit ist ein Empfinden. Damit kann sie - wenn überhaupt - nur als mögliche Symptomatik einer Geisteskrankheit betrachtet werden.
Die Einsamkeit ist auch ein Empfinden, das viele Menschen bewußt anstreben. Die Einsamkeit soll die Sinnesorgane stärken, sie war schon immer das Objekt von romantischen Träumen. Doch natürlich ist Einsamkeit oft etwas, unter dem Menschen gelitten haben, vor allem, wenn sie in chronischer Einsamkeit sind, wenn das Sozialnetzwerk einer Person ausfällt oder wenn eine Geisteskrankheit sie der Möglichkeit beraubt, enge Bindungen zu anderen herzustellen und zu unterhalten.
So ist Einsamkeit naturwissenschaftlich kaum zu begreifen. Das macht es für ihn einfach, aus der Studiensituation Rückschlüsse zu ziehe, die in das von ihm repräsentierte Weltanschauungsbild hineinpassen. Bereits bei der Wahl der von ihm in seinem Werk genannten Werke wird klar, dass für ihn viele Erscheinungen unter dem Stichwort Einsamkeit stehen.
Die Einsamkeit ist das Gegenstück zu solchen Kontakten, meint er. Im weiteren Verlauf des Experiments wurden sie dann von den beiden anderen angeblichen Akteuren ausgenommen (Science: Eisenberger et al., 2003): Laut Sprecher war diese Ablehnung auch ein Anzeichen von Einsamkeit. Beim ersten Mal wurde gefragt, ob Menschen ein großes Sozialsystem haben oder ob sie geheiratet haben (Critical Reviews in Oncology/Hematology: Pinquart und Duberstein, 2010): Die Alleinstehenden und diejenigen mit einem kleinen Bekanntenkreis wurden als allein betrachtet.
Daraus können in keinem Falle die konkreten gesundheitlichen Folgen der Einsamkeit abgeleitet werden. Aber Cacioppo betont auch, dass das Erfahren von Einsamkeit nicht dasselbe ist wie die gesellschaftliche Vereinsamung. Die Ehefrau kann sich inmitten eines erfüllten Arbeitslebens und eines privaten Lebens in einer glücklichen Beziehung allein wohlfühlen, so wie ein jüngerer Schüler, dessen Depressionen es ihm nicht erlauben, in ernste Beziehungen einzutreten.
Andererseits muss sich ein Alleinstehender nicht allein zurücklehnen, genau wie ein 95-Jähriger, dessen Ehefrau und Freundinnen gestorben sind, der aber auf sein zufriedenes Schicksal blickt. Gesellschaftliche Isolierung und Einsamkeit hängen zusammen, aber sie sind nicht dasselbe. Auf der nächsten Seiten Erkrankungen als unmittelbare Folgen der Einsamkeit?