Anwendungen: Überlegen Sie sich das Ganze mit Hilfe von Lovoo & Zunder.
Auch im vergangenen Jahr ist der globale Appmarkt weiter gestiegen - trotz aller Unkenruflichkeiten, dass Applikationen ein veraltetes Modell sind und der Tendenz zu Webanwendungen und Bots folgen. Unter den Top Five in Deutschland sieht man bei App Annie gleich vier Anwendungen von Marc Zuckerberg: WhatsApp, Facebooks und Instagram, aber beim Verkauf ist das anders: Lovoo, Spotify, Zunder, Bild+ und Netflix verdienen in Deutschland mit.
Dass sowohl die Anzahl der Download-Möglichkeiten von Anwendungen als auch die damit generierten Umsätze im vergangenen Jahr wieder gestiegen sind, dürfte an der wachsenden Anzahl mobiler Endgeräte und der zunehmenden Nutzerkompetenz gelegen haben. Mit anderen Worten, es werden trotz aller Schicksalsprognosen mehr Anwendungen sowohl unter dem Betriebssystem als auch unter Android in Betrieb genommen und um den begehrten Startplatz auf dem Bildschirm von Smartphones mitgespielt.
In Deutschland ist man fest in den Händen von GFK. Das nach wie vor kontroverse und von Politik und Datenschutz kritisch betrachtete Unternehmen bietet WhatsApp, Facebooks und Instagram als vier Anwendungen unter den ersten fünf Platzierungen an und wird nur durch den gewaltig überhöhten Schnappschatz des Vorjahres an absoluter Marktbeherrschung gehindert. Dieser Schnappschuss ist für das Unternehmen von großer Bedeutung.
Für einen großen Teil der Gesellschaft ist das Informations- und Kommunikationsmittel für einen großen Teil der Gesellschaft - sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich - keineswegs ungerechtfertigt. Unmittelbar danach erweisen sich die Bundesbürger als Billigjäger und fleißige Besucher des virtuellen Flohmarktes, denn die Anwendungen von Amazon und eBay belegten die Positionen 6 und 6, Microsoft belegt mit Skypen mutig die Position 8 und konnte allen Angriffen anderer Video-Chat-Plattformen entgegenwirken.
Trotz Apple Music, Google Music &Co, ist Spotify in diesem Land auf dem 9. Rang unwidersprochen und die Rubrikenplattform Spotify rückt in die Top Ten vor, jetzt sagt die Anzahl der Downloads aus. Tatsache ist, dass viele der wohl erfolgsversprechendsten Anwendungen "kostenlos" sind und sich vor allem durch Werbung oder ein großes quasi "Nichts", d.h. Risikokapital und die Erwartung eines Geschäftsmodells, das später entwickelt werden soll, auszeichnen.
Das ist die eine Seiten der Münze, aber es gibt noch eine andere: Es gibt die Anwendungen, die bereits echtes Gold verdienen. Etwas überraschenderweise zeigt ein Blick auf die Verkaufscharts, dass die Bundesbürger offensichtlich zum Digitalflirt neigen. Die hoch kontroverse Partnervermittlungsplattform Lovoo liegt in Deutschland an der Spitze der Verkaufscharts 2016, was angesichts der skandalösen Situation um gefälschte Profile und Roboter äußerst erstaunlich ist.
Die geselligeren Deutsche gehen mit Zunder ( "3. Platz") mit einem anschließenden Ein-Nacht-Stand in die Happy Hour - jedenfalls haben sie offensichtlich die Erwartung, dass dies das Ergebnis der Abwischbewegungen des Daumen ist. Auf der anderen Seite nutzen Spotify auch die große Anzahl von Download-Möglichkeiten, um zahlende Kunden zu gewinnen, und der Music Streaming Service kann beim Verkauf den zweiten Rang belegen.
Die Netflix betont mit Rang 5 ihre Marktführerschaft im Feld der Video-Streaming-Plattformen, aber in diesem Land muss sich die Bild(+)-App auf Rang 4 geschlagen geben. Eine Niederlage ist zu verzeichnen. Trotz (oder gerade wegen?) facebooks & Co. kommt niemand an dem Springer Verlags vorbei, wenn es um kostenpflichtige Nachrichten geht. Rückblickend auf das Jahr 2016 ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass Spiele nicht verpasst werden dürfen, denn schließlich hat die Firma GOTO einen bisher nur in seltenen Fällen gesehenen Trubel geschaffen und über Augmented Reality eine Verbindung zwischen Smartphones und "real life" hergestellt.
Finanzwirtschaftlich waren die beiden Unternehmen auf Anhieb ein großer Erfolgsfaktor, wie ein Blick auf die Verkaufscharts verdeutlicht. Obwohl Messaging-Dienste und Social Applications den grössten Teil der App-Nutzung ausmachen, wachsen auch andere App-Kategorien wie Shopping, Video-Streaming und Reisen. Alles in allem verbringen deutsche Smartphone-Nutzer bereits im Durchschnitt eineinhalb Std. pro Tag in Anwendungen.
Mit der verlängerten Lebensdauer geben die Bundesbürger auch mehr Mittel für Anwendungen aus - 750 Mio. Euro im Jahr 2016.