In den Jahren 1868 und 1939 schmückten die Häuptlinge der trendbewussten Frauen echte Meisterwerke, und mitunter genügte eine Haarmode nicht. Die Frisuren sind ebenfalls einem stetigen Wechsel unterworfen, sie orientieren sich in der Regel an der neuesten Zeit und reflektieren auch den Geist der Zeit. Einige Frisuren werden auf der ganzen Welt akzeptiert, andere hingegen sind lokal limitiert.
Die Kunstwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte am Fashion, Design and Technology Institute ist Irina Saveljeva: "Die Frisuren der UdSSR waren nicht so ausgefallen und aufwendig wie im XVIII. und XX. Jahrhunder. "Die Sowjetbevölkerung hatte zunächst keine Verbindung zur Moden. Kleidung war "ein Anzeichen des Bürgertums" und wenn eine Dame stylisch aussehe, bedeute das, dass sie nicht funktionierte und zu viel Zeit mit ihrem äußeren Erscheinungsbild verbrachte.
Haarbüschel, die rasch gemacht und mit Klammern und Hairpins befestigt wurden, und funktionelle kurze Frisuren wurden zu den beliebtesten Frisuren der sowjetischen Frauen. "Aber Kosmetik war keinesfalls verboten", sagt Savelieva. Der Frisur wurde wieder weiblicher, die Menschen empfanden wieder mehr Freude am Leben, schildert sie diesmal. Irina Saveljewa erinnert sich übrigens an die Frisuren der 1950er Jahre, vor allem an die Bienenstockfrisuren und die prächtigen Frisuren und Toupets.
Ihre Erinnerung ist jedoch nicht gut: "Die Frisuren der Fünfzigerjahre wirkten albern und unästhetisch", urteilt sie hart. Die Trends der Frisur wurden hauptsächlich durch Folien bestimmt. Nichtsdestotrotz lehrten sie sowjetische Frauen und Männer, wie man sich kleidet und wie man seine eigenen ausgefallenen Frisuren macht", erläutert Savelieva.
Bei den Frauen der 30er und 40er Jahre wurde Lyubov Orlova verehrt, eine berühmte Theater- und Filmschauspielerin, Liedermacherin und zweimalige Stalinpreisträgerin. Das Porträt wurde auf Sowjetbriefmarken und Ansichtskarten abgebildet. Die Ikone des Sowjetstils wurde von vielen Sowjetfrauen imitiert. Mit der Bleiche von Haaren und hochvolumigen Frisuren setzt Orlowa Akzente.
Sie wurde in den 1950er Jahren durch die Darstellerin Ljudmila Gurtschenko ersetzt. Für die UdSSR schuf sie ihren eigenen "neuen Look", der sich erheblich von dem damals in den USA beliebten "Pin-up-Stil" abhebt. Seitdem war das Haargelmittel ein beliebtes Mittel für glattes und geschmeidiges Haar. Die Haarmode konnte in den 1960er Jahren über das Schicksal bestimmen.
Damals entstand in der UdSSR die Nachwuchsbewegung "Stiljagi". "In der Tat gab es Razzien", sagt Irina Savelyeva. Weh dem, der mit der ideologischen Fehlfrisur überrascht wurde. Diese wurden zwar "Schucher" genannt, aber ostasiatische satirische Zeitschriften gaben der Haarmode den Namen "I am Muttis Dummkopf". Kurze Frisuren wie die der polnischen, gedrungenen Sowjetsängerin Edita Pjecha, die auch heute noch sehr beliebt ist, wurden als angebracht erachtet.
Die Haarfärbung wurde immer beliebter. Auch die Hippiebewegung der 1970er Jahre gelangte in die UdSSR. Langes Haar wurde zeitgemäß. Für eine Wiederbelebung platinblonder, gebleichter und gebleichter Behaarung sorgten in den 70er Jahren der Spielfilm "Brilliantowaja ruka" ("Der leuchtende Arm") des berühmten Sowjetregisseurs Leonid Gajdaj, wie ihn die Hauptdarstellerin Swetlana Svetlitschnaja in ihrer Funktion als hinterhältige Kostümverführerin aufhielt.
Permanente Wellen, eingefärbte Stränge, maximale Lautstärke durch Haarspangen oder sogar ein Coupé oder sogar alles auf einmal - alles war gestattet, bei Frauen und auch bei Herren. Die Betroffenen waren das schlecht beanspruchte Haar und gelegentlich auch der gute Nachgeschmack. Zahlreiche Jugendliche kamen in den Friseursalon "Aleksandr-Todtschuk" mit dem Bedürfnis nach einem kühl-blonden Ton.
Das könnte sich aber bald wieder verändern, weiss Irina Savelyeva. "In der Modebranche ist die Entwicklung konjunkturell bedingt.