Was ist die konjunkturelle Situation von Journalistinnen und Journalist in Deutschland?
Die Journalistin recherchierte eine Inventur der Wirtschaftslage von Journalistinnen und Journalistinnen in Deutschland: Der Anteil der Vollzeit-Journalisten geht zurück, die Löhne nehmen nur allmählich zu, die Arbeitslosenzahlen sinken, sind aber nach wie vor über dem Durchschnitt, und die prekären Arbeitsbedingungen sind keine Ausnahmen. Der Anteil der hauptberuflich tätigen Journalistinnen und Journalisten ist rückläufig, die Tariflöhne der Redaktionen hinken der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung hinterher, die Arbeitslosenrate ist höher als der Durchschnitt und die prekären Arbeitsbedingungen sind keine Ausnahmen.
Auf diese Weise kann man die ökonomische und gesellschaftliche Situation von Journalistinnen und Journalistinnen in Deutschland nachvollziehen. Damit gibt es in Deutschland 41.250 hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten, davon 9.600 freiberuflich. Auffallend ist, dass im Gegensatz zu früher vor allem die Anzahl der Vollzeit-Freiberufler zurückgegangen ist, fast ein Drittel außerhalb des journalistischen Bereichs tätig ist und der Niedrigverdieneranteil hoch ist:
Die Journalisteneinkommen sind in den letzten Jahren nur leicht gestiegen. Eine Untersuchung des WSI (Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) des DGB zeigt, dass beispielsweise die Gehaltssteigerungen der Zeitungsverlage seit 2002 unterproportional sind. Verglichen mit anderen wissenschaftlichen Berufsgruppen ist die Arbeitslosenquote höher als der Durchschnitt.
In ihrem jetzigen Gutachten für "Berufstätige, die journalistisch oder journalistisch studieren" meldet die BA eine Arbeitslosenrate von 4,9 Prozentpunkten. Der promovierte Journalist Thomas Schnedler, der gerade zum Themenkomplex "Prekäre journalistische Arbeit" an der Uni Hamburg promovierte und zahlreiche Qualitätsinterviews mit Journalistinnen und Journalistinnen führte, erkennt eine Prekarisierungstendenz in der Industrie.
Er kommt in seiner Untersuchung zu dem Schluss, dass die unsichere journalistische Tätigkeit kein "Nischenproblem am Rande des Berufs" ist, sondern den "Kern des Journalismus" ausmacht. Der Journalist geht in der Mai-Ausgabe detailliert auf die Wirtschaftslage von Journalistinnen und Journalist/innen in Deutschland ein.