Immer mehr Frauen in der Wirtschaft - Tschechien spricht über ein Quotensystem
Frauen sind in der politischen Landschaft der Tschechoslowakei in der Minderzahl. Rund 80 % aller Ämter werden von Männern besetzt. Der Mitte-Links-Regierung in diesem Land ist nun eine 30-prozentige Beteiligung der Frauen geplant. In der Gesamtzahl müssen Frauen als Kandidatinnen für die Parlaments- und Landtagswahlen berücksichtigt werden. Die Projekt-Koordinatorin Veronika Sprincová ist seit Jahren für das Projekt "Forum 50 Prozent" tätig.
Für sie ist der Änderungsantrag ein guter, wenn nicht gar hervorragender erster Schritt: "Mit diesen 30 Prozentpunkten hängt sich der Pfarrer nicht gerade aus dem Rahmen. Wir wissen aber aus der Wissenschaft, dass 30 % so etwas wie die Mindestschwelle sind, ab der es einer Fraktion gelingen kann, ihre eigenen Belange zu repräsentieren und sich auch gegen die Mehrheiten durchzusetzen.
Auch die Konservativen und frühere tschechische Ministerin für Verteidigung Karolína Peake war skeptisch: "Ich bin nicht ganz gegen Kontingente, ich bin erfreut, dass sie jetzt diskutiert werden, aber ich will nicht, dass sie im Recht festgeschrieben werden. "Die Sozialdemokratie steht hinter dem Änderungsantrag, und innerhalb der Partei haben sie bereits einen Fortschritt gemacht.
Fast die Haelfte der SPD hatte fuer eine 40-prozentige Quote gestimmt. Premierminister Bohuslav Sobotka sprach am vergangenen Samstag im Tschechischem Radio über das Resultat der Entscheidung der Mitglieder: "Ich bin Sozialdemokratin, und deshalb will ich für alle die gleichen Voraussetzungen und gleichen Rechte. Ich habe den Eindruck, dass Frauen im gesellschaftlichen Bereich in mehrfacher Weise beschränkt sind.
Es ist auch ein furchtbarer Irrtum, dass Frauen auf der Entscheidungsebene so schlecht repräsentiert sind und die Sozialdemokratinnen nach den jüngsten Ergebnissen der Wahlen nur wenige Stellen mit Frauen besetzen. "Innerhalb von ?SSD (Sozialdemokraten) gelten die 40-prozentigen Quoten für die Liste der Kandidaten für die Parlaments- und Landtagswahlen ab Jänner 2015. Die parteiübergreifende Regelung von 30 % könnte im nächsten Monat mit Zustimmung des Parlaments und des Präsidenten in Kraft gesetzt werden.
Es ist keine Quotenregelung auf lokaler und europaweiter Basis vorgesehen.