Frauen aus Osten

Die Frauen aus dem Osten

Untersuchung: Frauen flüchten aus dem Osten Es ist seit langer Zeit bekannt, dass die wunderschöne Sicht und die verbitterte Realität im Osten der Bundesrepublik weit voneinander entfernt sind. Wie schlecht die Lebensbedingungen der Jugendlichen im Land 17 Jahre nach dem Ende der DDR sind, beweist eine neue Untersuchung des "Berliner Instituts für Bevölkerungsentwicklung".

"Die Kernaussage der gleichnamigen Arbeit lautet: Die jungen Menschen in den strukturell schwachen Regionen Ostdeutschlands sind die Hauptopfer der Deutschen. Im Unterschied zu ihren Gleichaltrigen fliehen viele gut gebildete Frauen in großer Anzahl aus der DDR. Laut der Umfrage sind seit 1991 273.000 Maenner unter 30 Jahren ausgewandert, aber 400.000 Frauen.

So werden in einigen Bereichen bis zu 25 % der Frauen vermisst. Heute sind die Defizite der Frauen in den neuen Bundesländern "beispiellos in Europa". Auch Polarkreisgebiete erreichen nicht die ostdeutschen Werte", sagt Rainer Klingholz, Leiter des "Berliner Instituts" und Mitautor der Arbeit. Auf der Grundlage von umfangreichen Daten, aber auch durch eine individuelle Auseinandersetzung mit der Sozialwissenschaft von zwei ostdeutschen Kleinstädten, werden die Ursachen und die Wirkungszusammenhänge dieser Entwicklungen aufgezeigt.

Der Hauptgrund für die Massenauswanderung von Jugendlichen ist daher die klägliche Situation auf dem Ostarbeitsmarkt. Das betrifft natürlich auch und gerade die Jugendlichen. Viele Frauen greifen ihr eigenes Los an, während die Frauen unentschlossen sind. Das hat mehrere Ursachen, meinen die Autoren: Einerseits haben Frauen als Ganzes eine höhere (Schul-)Ausbildung und höhere Erwartungen an ihren zukünftigen Berufsstand.

Darüber hinaus haben die Expertinnen des "Berliner Instituts" einen weiteren sehr wichtigen Anlass für die Welle der weiblichen Migration identifiziert: Die Wahl des Partners ist für die Lebensgestaltung von Frauen in Ostdeutschland von entscheidender Bedeutung. Aber auch die Frauen in Ostdeutschland, die ihrer Heimatregion treu bleiben, haben einen Sinn im Leben: Statt in die Erwerbslosigkeit oder eine "Karriere in Maßnahmen" abzugleiten, werden sie auch immer öfter in sehr jungem Alter Mütter.

"Gerade in den Wirtschaftskrisenregionen ist der Mutterberuf für Jugendliche wieder attraktiv", heisst es in der Untersuchung. Die Zahl der Teenager-Schwangerschaften wäre in allen Bezirken Ostdeutschlands gestiegen. "Alles in allem", so die für den Mann verheerende Untersuchung, "reagieren Frauen weiser auf schwierige Lebensbedingungen". Wenn das vermeintlich schwächere Sexualleben für seine Tatendrang, Gerissenheit und Initiative gepriesen wird, gibt die Untersuchung den Jugendlichen in der Randlage einen schlechten Bericht.

Entscheidend dafür, dass sie den Frauen nicht in den westlichen Raum nachfolgen, sind neben ihren oft schlechteren akademischen Eigenschaften vor allem die privaten Einflüsse. Auf der einen Seite kommen viele Menschen nach einem Abstecher in die Berufswelt der Städte Ostdeutschlands oder des Abendlandes mit Reue und Sehnsucht in ihre Heimatprovinz zurück. Diejenigen, die es noch nicht versucht haben, schrecken vor dem Erlebnis zurück, aus Furcht, keinen neuen Kreis von Freunden aufstellen zu können.

Der Mann bleibt zurück, die Frau geht. Die Jugendlichen gliedern die Studienautoren in drei Untergruppen. Der 23-jährige H. (23) wird in der Untersuchung als Beispiel genannt: "Ich werde so leben. Laut der Untersuchung sind sie trotz ihres schlechten Lebensstils ruhig, nicht eifersüchtig und haben wenig Lust auf den Umgang mit der Aussenwelt.

Laut der Umfrage begünstigt der Überschuss an Männern nicht die Verbrechen. Da die jungen Menschen aber tendenziell lieber das Recht als die Frauen haben, haben in den letzten Jahren die NPD, die DVU oder die Repulikaner einen lebhaften Zustrom erlebt. Besonders in Gebieten, in denen die Arbeitslosenquote hoch ist und viele Frauen ausgewandert sind, ist ihr Anteil an den Wählern hoch.

Es wird vermutet, dass sich der Mann aufgrund der Nachteile im Berufsleben und der Wahl der Partner nach einer Verbesserung der männlichen Rolle sehnt. Kein Job, keine Frauen, keine frustrierten Menschen, keine Fantasie. Das Fehlen von Frauen im Osten hat drastische Folgen, mahnen die Verfasser der Untersuchung. Aber vor allem muss etwas für die Jugendlichen unternommen werden:

Diese müssen spezifisch gefördert und neue Vorbilder für den Mann entwickelt werden.