"Das bietet die 1987 gegründete dänische Saatgutbank Cryos. Aber auch hier läuft das GeschÃ?ft gut: "Wir versenden derzeit rund 25 Spermienspenden pro Tag an schweizerische Kunden", meldete Ole Schou, GrÃ?nder und GeschÃ?ftsfÃ?hrer des Betriebes, der "Nordwestschweiz". Auf der einen Seite gibt es homosexuelle Ehepaare, die trotz der Infertilität des Menschen Kinder haben wollen, auf der anderen Seite Lesbenpaare und alleinstehende Frauen.
Nach schweizerischem Recht ist es Eheleuten jedoch nur gestattet, Zuwendungen zu verwenden. "Die Problematik ist, dass es in der Schweiz keine Interessenvertretung gibt, die sich für die Legitimation der Befruchtung von Single und Lesbe einsetzt", beklagt der schweizerische Frauenarzt und Reproduktionsarzt Peter Fehr. Nach Angaben von Ole Schou liegt der Prozentsatz der Alleinstehenden unter den schweizerischen Kunden bei 50 und der der lesbischen Paar.
Weil sie in schweizerischen Praxen nicht behandelt werden dürfen, ordern Alleinstehende und Schwule trotz des Verbots per Web Sperma in die Schweiz. "In der Schweiz ist die Nachfragesituation nach den Bausätzen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Seitdem vor rund einem Jahr eine Sendung beim zuständigen Zöllner eingezogen wurde, werden Besamungspakete nicht mehr in die Schweiz geliefert", resümiert Schou.
Nun werden die Saatgüter an private Adressen im näheren und weiteren Umfeld geliefert, wo sie von den Käufern gesammelt und in der Schweiz versprüht werden. Wenn sich eine Patientin entschlossen hat, mit Fremdsperma zu besamen, stellt sich die Frage: Wer wird der Stifter sein? Weil die Nachfrage ständig zunimmt, die Zulassungskriterien aber sehr restriktiv sind, gab es bei Kryos bereits Liefer-Engpässe, sagte Ole Schou gegenüber "Le Matin".
Bei Kryos zum Beispiel kostete ein kleiner Liter Samenerguss von der Blondine Alex 1640 EUR, ohne Versand und MwSt. Ein Kunde von Rohan mit braunen Augen, der noch nicht als schwanger eingestuft wurde, muss zum Beispiel wesentlich weniger bezahlen als ein Kunde von Alex: Sein Sperma ist bereits für 76 EUR erhältlich.
Interessenten können auf der Internetseite des Unternehmens die Spenderliste nach weiteren Merkmalen filtern: Dank erweiterter Profile können Kunden auch die Beschreibung der gefühlsmäßigen Kompetenz eines Menschen durchsuchen, seine Babybilder bewerten, ein Gespräch mit personenbezogenen Fragestellungen führen, auf seine Sprache hören und handschriftliche Nachrichten lesen. Der Kunde hat die Möglichkeit, seine Meinung zu ändern.