Ich habe mir nie Sorgen um meine Grösse gemacht, aber ich wußte, daß alle meine Altersgenossen grösser waren als ich. Ich denke seit etwa zwei Jahren das Passende. Im Oktober/November 2015 wurde mir die Benachteiligung meiner Grösse klar, als ein Bekannte (ca. 1,85m gross) immer wieder ein Problem mit meiner Körpergrösse hatte.
Aber das bedeutet nicht, dass dieser Unfall der alleinige Auslöser war, warum ich mich so sehr um meine Grösse zu sorgen begann. Oft habe ich schon an meine Grösse gedacht. Natürlich hat das alles noch verschlimmert, wenn man nur an seine Grösse denkt. Könnt ihr euch das vorstellen?
Dass ich mit meiner Körpergrösse nur auf dem 0,5. Perzentil lüge und damit 99,5% aller Männer-Peers grösser sind als ich, hat mir den nötigen Freiraum verschafft, auch wenn ich das schon einmal ahnt. Das war der Augenblick, in dem ich anfing, mein ganzes Jahr lang mein ganzes Überleben zu opfern.
Die Lebensfreude hat sehr abgenommen. Bisher weiss kaum jemand, wie schlecht ich mit meiner Grösse bin, denn ich verhalte mich immer so, als ob mich meine Grösse nicht stört. Einer der Gründe, warum ich noch niemandem gesagt habe, wie schlimm meine Grösse ist, ist, dass ich fürchte, dass "normal grosse" Menschen mich nicht aufhalten werden.
Einige wenige, die wissen, wie schlecht meine Größe ist, haben mir alle gesagt, dass es nicht von meiner Größe im Dasein abhängt. Am Ende wissen sie selbst, dass 1,60m für einen Mann schlichtweg zu schmal ist. Selbst wenn es sehr kleine Menschen gibt, die zu ihrer Größe halten und sich wie ein ganz gewöhnlicher Mensch anfühlen, kann ich mich nicht wie ein ganz gewöhnlicher Mensch aufführen. Denn ich kann mich selbst nicht annehmen.