Dating-Apps können oft verwendet werden, um die wirkliche Identität hinter einem Konto preiszugeben; Benutzer können auch leicht mit Hilfe von Partnerschafts-Apps übersetzt werden, verschwundene Kommunikationen können aufgefangen werden und Sicherheitsmaßnahmen können nach Ansicht der Sicherheits-Forscher unterlaufen werden. Zunder, Bumble, OK Cupid, Badoo, Mamba, Tierpark, Glücksfall, WeChat y Papa (alle für Indroid und iPhone verfügbar) wurden getestet.
So konnten beispielsweise 60 Prozentpunkte der Tinder-Nutzer den vollständigen Namen des Benutzers und andere mit dem Benutzerprofil verbundene Accounts in Social Networks verfolgen. Mit sechs der geprüften Anwendungen konnten Dritte den Aufenthaltsort des Benutzers ermitteln. Mit fünf der Anwendungen können die Informationen innerhalb verschlüsselter Anbindungen abgefragt werden.
"â??Unsere Analysen zeigen, dass Benutzer von Dating-Apps fÃ?r die Sicherheit im Internet sorgen sollten, da viele dieser Services nicht vor verschiedenen Angriffstypen geschÃ?tzt sindâ??, sagt Roman Ukuchech. Daher rät das Unternehmen den Benutzern, keine weiteren vertraulichen Daten über sich selbst offen zu legen, z.B. wo sie trainieren oder arbeiten.
Bei einigen Anwendungen wie Tinder wird dies oft direkt vom Profil von Google übernommen und Sie müssen es selbst löschen. "Anhand dieser Daten können Angreifer leicht die aktuellen Accounts der Opfer auf der Website von Google oder LinkedIn auffinden. Außerdem bietet es die Möglichkeit zum Stalken - um Benutzer zu schikanieren und ihre Aktivitäten im realen Umfeld zu verfolgen", so der Sicherheitsforscher von Kaspersky.
Tatsächlich wären die Produzenten von Dating-Applikationen verpflichtet, sich mehr um die Sicherheit und den Datenschutz ihrer Benutzer zu sorgen. Benutzer, die nicht auf die Anwendungen ausweichen wollen, können zum Schutz ihrer Daten einige allgemeine Sicherheitsvorschriften einhalten. Beispielsweise rät Caspersky zur Verwendung von VPN-Verbindungen und zur Abkehr vom Abruf von Datierungsprofilen in öffentlich zugänglichen WLAN-Netzen.
Ein Journalist hatte bereits auf die Gefahr des Datenerfassungsrausches von Dating-Apps hingewiesen: Sie hatte Tinder um Auskunft gebeten. Personenbezogene Nutzerdaten sind nicht "immer sicher" Tinder selbst erklärt in seinen Privatsphäre-Einstellungen, dass man nicht davon ausgehen sollte, dass personenbezogene Nutzerdaten und Gespräche "immer sicher" sind. Damit will sich das Traditionsunternehmen vor Anspruechen schuetzen, wenn Angaben ueber Intimpräferenzen und Chatgespraeche die Oeffentlichkeit erreichen.