Margaux (Iris Berben) ist in Liebesfragen unglücklicherweise nicht besser aufgehoben als ihre beiden Töchter: Nach 30 Jahren Heirat wurde sie für eine Krankengymnastin sitzen gelassen und sucht sich nun mit einem Computer-Kurs den Weg in die moderne Zeit wieder zu finden - und trifft umgehend einen sympathischen Gentleman (Christian Tramitz).
Nach dem Erfolg von Anika Decker im deutschsprachigen Raum mit ihren (Kollaborations-)Drehbüchern für Ohneohrhasen, 2ohrküken und Rabbeldiekatz, traut sie sich, mit Traumfrauen ihr erstes eigenes Regieprojekt zu starten.
Herbig in einer der ganz ersten Kulissen von " " Michael "Bully" eine langhaarige Baumarktleiterin mit Überbiss, die eine ziemlich langweilige Auszubildende ( "Berliner "It"-Mädchen Helene Hegemann) an der Registrierkasse unterrichtet, während sie eine der Hauptdarstellerinnen des Kinofilms betreut. Als Betrachter fühlt man sich beinahe wie in einer Episode der "Bullyparade" - oder besser gesagt in einer der ausgeklügelten Skizzen, die es aus Mangel an Eleganz überhaupt nicht in die Show schafften.
Nur dann wird die lockere, auf Grobstellen getrimmte Serie von humorvollen Inszenierungen nach und nach in ein erkennbarer dramaturgischer Begriff verwandelt und das narrative Prinzip der Skizzenrevue zugunsten von Charakter und Handlung verlassen - aber es ist schon zu spat, denn trotz erfolgreicher Augenblicke ist es schwierig, sich mit den Hauptfiguren zu identifizieren, die vorher für billiges Lachen missbraucht wurden.
Die " 2ohrküken " erregten durch eine bestimmte Zärtlichkeit unangenehme Aufmerksamkeit, während "Rubbeldiekatz" ziemlich anarchistisch war und bekannte Genre-Muster manchmal couragiert untergraben wurden. Dream girls" ist jetzt mehr wie die Autorin von "two ear chick". Lange Zeit hat das alles wenig mit einer kontinuierlichen Filmkulisse zu tun und ist auch nie amüsant.
Mit diesen Zeichenbrettcharakteren ist es schwer, sich zu begeistern, aber es gibt doch viele überzeugende Augenblicke in "Traumfrauen". Als Friedrich Löwe Rojinskis Vivi als Peter Müller in der Disko Palina spricht, ist dies in Ausnahmefällen keine hohle Skizze, sondern ein schnellwitzig amüsantes Flirtgefecht und arbeitet in dieser sicherlich nicht sehr naheliegenden Schauspielerkombination vorzüglich.
Die Elyas M'Barek und Hannah Herzensprung treten in einem Liebesmoment auf, in dem sie innehalten, warum sie zu den besten Darstellern Deutschlands zählen, während Karoline Herfurth zum Glück nicht nur Kotze durch eine Disko schleudert, die in ihrem Jackenarm gelandet ist, sondern ihn auch im Positivsinne herauslassen darf. Lediglich für Augenblicke leuchtet die wirkliche Klassenzugehörigkeit der Schauspielerinnen auf - typisch vor allem, wenn es nicht zwangsläufig witzig sein muss.
Schlussfolgerung: Trotz großartiger Schauspieler und einiger guter Augenblicke ist "Traumfrauen" eine kleine lustige Folge von müde Sketche über große Entfernungen.