Quantencollage ist Olaf Gutbrod aus dem süddeutschen Raum und der Anfang seiner Liebe zur musischen Auseinandersetzung ist recht präzise zurückverfolgbar. Er reist durch Afrika, nach Indien und über den lateinamerikanischen Festland. Im Jahr 2002 zog er als Ohm-G nach Ibiza, wo er sich in der jungen Chill-Out-Szene rasch einen guten Ruf erlangte und seine Stücke die legendäre Compilation "Café del Mar" und "Hotel Costes" schmücken.
Aber Gutbrod alias Ohm-G alias Quantencollage ist immer auf der Suche nach neuen Klängen, neuen Anregungen, neuen Wegen, alte Klänge mit neu entdeckten Sphären und Musikthemen zu kombinieren. Sein neuer E.P. "Lucid Dreaming" ist das schönste Beispiel dafür, ein ganz eigener Cosmos, der das Bestmögliche aus unterschiedlichen Lebenswelten kombiniert, neu und doch gewohnt, begeisternd und mitreißend.
"Musikliebhaber, Tänzer und Träumer begeistern" - das ist das Leitbild des Musik-Allrounders und seine neuen Stücke sind eine inspirierende Möglichkeit, es zu erfüllen. Die beiden CD's umfassen die Song-Sammlung, 12 Titel auf jeweils einer Disc, zusammengestellt und gemischt von Sergej Ribas, seit anderthalb Jahrzehnten ansässiger DJ, und Josef Genske, Besitzer und Begründer des M5.
Die CD 1 bestechen durch großartige Gesangsspuren und Remixe von Musikern wie Eli Escobar oder Yann Gordo, auf der CD 2 durch Deep-Tech-Tracks wie "Lost in a Moment" von Samuel Fach zieht den Zuhörer auf die Dancefloor. Über die Philosphie der Serie: "Wir wollen den Klassikstil des M5 immer weiter vorantreiben" - und das mit Klassikern wie Disko, Funk und Soul.
Stilistisch gesehen, eine klare Vorstellung, ein gut ausgeklügeltes Serienkunstwerk und ein Superhirn, das nicht müde wird, in die Tiefe des Archivs der Liedsammlungen zu steigen. Nachdem sich die Damen von "Too Slow to Disco" in letzter Zeit auf die Damen konzentriert haben, kommt nun der regelmäßige dritte Teil von Easy Soul, Yacht Pop und Westcoast Sounds, ebenfalls von DJ Super Markt zusammengestellt.
Dieses Mal hat das TSTD Mastermind auch den Weg zu exotischeren Stilen gefunden. Stücke wie die unglaublichen "Go!" verkabelten Originaldialoge aus dem Nasa Kontrollraum und dem Apollo mit dem postmodernen SynthPop zwischen Krafwerk und Stereolabor. Zu ihnen gehörte Gainsbourg, Belmondos Magie funktioniert noch immer und aus der jüngeren Zeit hat sich der hochbegabte Benjamin Biolay im Laufe der Jahre in die erste Startreihe der französichen Pop-Art-Helden gedrängt.
Es gibt sicherlich nichts zu rechtfertigen, im Gegenteil - hier ist einer der französichen Superhelden der Modernität noch immer recht selbstsicher und konsequent hörbar auf seinem Bahn.