Die bayerische Bundesgesundheitsministerin Melanie Huml betonte: "Mein Anliegen ist es, das Bewusstsein der Mütter und Väter für Diabetes bei Kleinkindern zu schärfen. In Bayern sind rund 3.500 Babys und Kleinkinder bis 17 Jahre von der noch nicht geheilten Diabetes erkrankung Typ 1 erkrankt. Daher habe ich mich sehr gefreut, die beiden neuen Untersuchungen des Helmholtz Zentrum München zur Vorbeugung von Typ-1-Diabetes bei Kindern zu unterstützen.
Am Anfang der Entstehung von Typ-1-Diabetes steht meist eine fehlgesteuerte Immunantwort gegen Insulin. Die POInT-Studie steht Kindern offen, die für Typ-1-Diabetes zumindest 25-mal stärker gefährdet sind als die durchschnittliche Bevölkerung. Mit einem Bluttest im Zuge der Freder1k-Studie kann festgestellt werden, ob ein solches gesteigertes Sicherheitsrisiko vorlag. In Bayern, Niedersachsen und Sachsen können alle Mütter und Väter diesen kostenlosen Versuch an ihren Säuglingen unmittelbar in der Geburtenklinik oder bei einem der ersten Kinderarztbesuche durchlaufen.
"Die Freder1k Studie gibt uns die erste Chance, das Krankheitsrisiko noch früher zu erfassen und mit den nachfolgenden primären Präventionsmaßnahmen in POInT möglicherweise Typ 1 Diabetiker zu verhindern", erklärt Prof. Anette-Gabriele Ziegler, Leiterin des Institutes für Diabetologie am HelmholtzZentrum München und Professur für Diabetologie und Schwangerschaftsdiabetes am Klinikum rechts der Isar an der TU München.
"Damit sind wir unserem ehrgeizigen Unternehmensziel - einer Lebenswelt ohne Typ 1 Diabetiker - einen großen Stück weiter gekommen. "Wir haben in den vergangenen Jahren insbesondere das Forschungsgebiet der Zuckerkrankheit stark ausgebaut und sind heute einer der bedeutendsten Standorte in diesem Bereich weltweit", sagt Prof. Dr. Günther Wess, Wissenschaftsdirektor des Helmholtz-Centers.
"Es freut uns sehr, dass wir mit dem Helmsley Charitable Trust in den USA gemeinsam mit der Firma Frédéric K. und der Firma P.O.T. ein Programm initiiert haben, das das Zusammenwirken von Umweltaspekten, Lebensweise und individuellen genetischen Dispositionen berücksichtigt und im weiteren Verlauf auch die individuelle Prävention von Typ 1 Diabetikern zum Ziel hat. Dies ist ein bedeutender Fortschritt in Richtung personalisierte Medikamente gegen Zuckerkrankheit", bestätigt Wess.
Die IDF beschäftigt sich mit der Erforschung und Vorbeugung von Typ-1-Diabetes. Eines der vorrangigen Projekte des Institutes ist die Erforschung einer antigenbasierten Immunotoleranz. Die IDF erforscht in groß angelegte Langzeituntersuchungen den Einfluss von Gene, Umwelteinflüssen und des Immunsystems auf die Krankheitsentstehung von Typ-1-Diabetes. BABYDIAB, die 1989 als erste zukünftige Diabetes-Kohorte der Welt gegründet wurde, zeigte in den ersten beiden Jahren des Lebens die Empfänglichkeit für die Bildung von Typ-1-Diabetes-assoziierter Autoimmunerkrankung.
Mit dem von der IDF im Jahr 2015 initiierten Fr1da-Pilotprojekt wurde das weltweite erste populationsweite Früherkennungssystem für Insel-Autoimmunität im Kindesalter entwickelt, das als ein frühes Stadium von Typ 1 Diabetikern angesehen werden kann. Die IDF ist Teil des Helmholtz-Diabeteszentrums (HDC). Im Jahr 2015 wurde die Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes GPPAD begründet. Die GPPAD hat sich zum Ziel gesetzt, für Untersuchungen zur primären Vorbeugung von Typ 1 Diabetikern eine weltweite Forschungsinfrastruktur aufzubauen.
Bei Typ-1-Diabetes sollen die Primärpräventionsstudien die Häufigkeit der Autoimmunität von Betazellen verringern und damit Typ-1-Diabetes vorzubeugen. Mitglieder des GPPAD sind das Helmholtz Center München, die TU München (TUM), das DFG Forschungszentrum für Regenerierende Therapie der TU Dresden, die Hannoveraner Kinderheilanstalt, die Universitäten Oxford (Großbritannien), Lund (Schweden), Leuven (Belgien), Instytut Matki i Dziecka und die Medizinische Universität Warschau (beide Polen).
Mit rund 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagiert sich das Krankenhaus recht der Isar der TU München für Gesundheit, Wissenschaft und Bildung. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Patientenversorgung und Wissenschaft kommen neue Ergebnisse aus naturwissenschaftlichen Untersuchungen den Patientinnen und Patienten früh zum Durchbruch.