Nach dem neuen Recht muss jeder, der KZ in Polen als "polnische Lager" beschreibt, in Zukunft mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen gerechnet werden. In Polen bleibt die Bundesregierung bei ihrem kontroversen Holocaust-Gesetz. Vor der Verabschiedung des Rechtsakts muss der Gesetzesentwurf von Bundespräsident Andrzej Duda unterzeichnet werden. Die polnischen Staatschefs waren vorsichtig mit dem Projekt.
Laut Warschauer Landesregierung soll das Recht den guten Namen des Staates schützen und sich gegen die Benennung "Polnische Todeslager" für die deutschen nationalsozialistischen Vernichtungslager in dem während des Zweiten Weltkrieges besetzten Polen schützen. Die neue Verordnung schreibt beispielsweise Geldbußen oder bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe für diejenigen vor, die für die vom "Dritten Reich" begangenen NS-Verbrechen der Öffentlichkeit dem Volk oder dem staatlichen Polen oder für andere Straftaten gegen den Krieg oder die Menschlichkeit oder für Kriegsverbrechen die Verantwortlichkeit oder Mithilfe zuweisen.
Gesetzesgegner bemängeln die ungenaue Formulierung des Rechts. Damit könnten die Herrscher die Möglichkeit haben, den Fall zu verneinen, dass die Verantwortlichkeit der Polen bei Straftaten gegen das Judentum nachweisbar ist. In den USA wurde die Sorge geäußert, dass das Recht die Meinungsfreiheit und die historische Diskussion beeinträchtigen könnte. Schon am vergangenen Wochende hatte die Israelis vor einer Verhüllung der polnischen Judenverbrechen im Zweiten Weltkrieg warnte.
Gleichzeitig haben die Abgeordneten der Knesset eine Kampagne zur Erweiterung eines bestehenden israelischen Gesetzes gestartet. Diese ist seit 1986 in Kraft und bestraft Menschen, die den Völkermord in der Öffentlichkeit verleugnen oder bagatellisieren oder sich mit Straftaten gegen sie auseinandersetzen. Jetzt sollte auch die Verweigerung oder Trivialisierung der Teilnahme von Nazi-Helfern und Mitarbeitern unter das Recht gestellt werden - was auch für das neue polnische Recht gilt.
Der polnische Senatsmarschall Stanis?aw Karczewski antwortete, dass sein Heimatland einen Gespräch mit Israel aufnehmen und dessen Absichten und Zielsetzungen bezüglich des neuen Gesetzes erläutern wollte. Wir überprüfen temporär die ersten Anmerkungen von neuen Benutzern, bevor wir sie auflisten.