Frauen in der Nähe

Benachbarte Frauen

zu verstehen, Vertrauen, Zärtlichkeit, Nähe, Schmusen, Kuscheln, Neigung, Erotik und Sinnlichkeit. Wie eine Perlenkette lege ich mir die Koralle deiner Worte um den Hals (R.A.). Sie werden stattdessen zur Lieblingsperson der Enkelkinder.

Annäherung an den Ort des Geschehens| Ich bin autistisch

Mir war es egal, dass keiner der Jungs mit mir tanzt. Die Tänzerinnen waren viel zu penetrant, als sie die Tänzerinnen gegen sich selbst drängten. Am liebsten sitze ich allein am Rande der Dancefloor und schaue auf den Fußboden, auf dem das farbenfrohe Spiel des Lichts zum Rhythmus der Melodie projiziert wird.

Es gab keine Grimassen, nur Füsse und Beinchen, die sich zur Melodie bewegen und mit den Händen an knappen Jeanshosen herumfummeln. Ich hatte meine Hand in der Schale mit den Chips vergraben. Für mich waren sie viel mehr als das Humpeln und Tüfteln auf der Parkettboden. Hin und wieder saß eines der Mädels für einen Augenblick bei mir, bevor sie wieder zum Tanz gebeten wurde und in dieser Verwirrung von Schuhen und Füssen unterging.

Im Durcheinander der Stimmen, die sich mit der Melodie vermischten, konnte ich nicht nachvollziehen, was sie zu mir sagen, wenn sie überhaupt mit mir reden würden. Man konnte ihre Lefzen nur sehen, wenn ich ihre Mäuler vom Fußboden aus und die Lichtmuster für einen kleinen Augenblick betrachtete.

Mitunter hat eine ihrer Händen nach den Chips in einer Schale auf dem Sessel neben mir gesucht. Sie schufen eine physische Verbundenheit, die versucht, in mein Inneres vorzudringen. Sie schienen sich nicht daran zu stören, so oft sie sich auf der Parkett trafen.

Vor allem gegenüber jüngeren Mannen empfand ich ihr Benehmen als ziemlich seltsam, wenngleich es für Frauen in ihrem Lebensalter nicht unüblich war. Ich hatte also auch in diesem Aspekt nicht das Gefühl, zu ihnen zu gehören, sondern empfand ganz klar eine Entfernung, die eine Annäherung nie möglich machen würde. Währenddessen war ich voll von den vielen Chips, die ich während des Abendessens immer wieder geschnappt hatte.

Ich zog es vor, einen Drink zu nehmen, aber ich wagte es nicht, auf die andere Straßenseite der Dancefloor, wo die Drinks waren, zu gehen, um dort ein Gläschen Cola zu holen. Erneut streckte ich die Schale mit den Häppchen nach, um mit meinen Händen zurechtzukommen, so dass ich nicht anfing, sie herumzuwedeln, wie es oft der Fall war, wenn ich erregt oder überwältigt von einer solchen Konstellation war.

Auf einmal stellte er sich vor mich und bat mich, zu tänzeln. Ihn nicht abzulehnen, obwohl ich nicht das Bedürfnis verspürte, mit ihm zu tänzeln, vor allem nicht bei der viel zu langsamen Hintergrundmusik, die jetzt gespielt wurde. Kaum bin ich aufgewacht, zieht er mich auf der Parkett zu sich, drückt seinen Leib ganz nah an meinen und stöhnt mir ins Gehör - wie sein ganzes Benehmen gegenüber mir - etwas, das ich nicht begriffen habe.

Wofür haben sie das getan und warum hat er mich nicht losgelassen, obwohl er meinen Widerwillen gefühlt hat? Von ihm verlangte ich, mich gehen zu lassen, weil ich seine physische Verbundenheit nicht mehr tragen konnte. Ignoriert er aber meine hoffnungslose Forderung und rückt mich statt dessen noch weiter in seine Nähe. Aber er wollte mich nicht loslassen.

Das Musikalische, die farbenfrohen Lichtspiele, das Gelächter - sein Gelächter. Unmittelbar danach drängte er mich von sich weg und liess mich auf der Dancefloor stehend zurück. Sogar die Musiktitel waren für einen Augenblick angehalten, bis jemand eine neue Schallplatte auflegt.