Aber nicht nur mit Bekannten und Verwandten, sondern auch psychotherapeutischen Mitarbeitern ist es oft recht schwierig, wenn die alten Beziehungen noch nicht vollständig bearbeitet und vervollständigt sind und man sich trotzdem schon mit der anderen wiederfindet. Denn die alten mit den neuen Problemen vermischen sich. Denn die Verbindung wird wahrscheinlich aus den verschiedensten Motiven gestartet.
Lediglich eine einzige Untersuchung im Jahr 2007 analysierte einmal, ob die Zeit, in der Menschen nach einer Trennung ledig sind, eine wichtige Voraussetzung dafür war, wie zufrieden sie in ihrer neuen Partnerschaft waren. So haben sich die Sozialpsychologinnen Claudia Brumbaugh vom Queens College in New York und Chris Fraley von der University of Illinois die Situation bei mehr als 200 Testpersonen näher angeschaut.
Er beobachtete, ob sich seine Untertanen nach dem Ende der Beziehung rasch an eine neue Person gebunden hatten - und hielt fest, wie sie sich über ihre jeweilige Entscheidung fühlten. Die waren selbst etwas überrascht, aber die "Rebounders" waren im Durchschnitt mit und durch ihre neuen Verhältnisse viel besser dran als diejenigen, die es zuerst als Singles geschafft haben.
Obwohl sie viel mehr Kontakte zu ihrer ehemaligen Partnerin hatten als die Single, trennten sie sich auch viel mehr von ihr und betrauerten sie weniger oft. Wie Brumbaugh und Fraley glauben, kann es viele wichtigen Anforderungen befriedigen, um einen neuen Partner zu finden. Auf der einen Seite, so wird argumentiert, ermöglicht es, neue Beziehungs-Routinen unmittelbar zu entwickeln und vielleicht auch einige von ihnen aus der bisherigen Partnerschaft zu transferieren.
Einer der grössten Belastungsfaktoren nach einer Abspaltung ist, dass Routine, die Sie mit dem Ausfall Ihres Lebensgefährten geliebt haben, auf einmal überflüssig wird. Außerdem stärkt es das Selbstbewusstsein und damit das generelle Wohlergehen beim Bummeln mit einem neuen Partner im Rücken. Diejenigen, die sich an ihrem Ex-Partner revanchieren wollten, fanden einen anderen.
Also ist eine neue, rasche Verbindung gut für die Trennungsneulinge. Die Frage ist, wie fühlt sich das für diesen neuen Partner an? Wenn beide gerade aus einer Partnerschaft kommen, kann man das wohl als glücklichen Zufall werten. Doch Brumbaugh und Fraley müssen noch prüfen, ob eine "Rebound-Beziehung" auch dann klappt, wenn nur der eine den anderen als Trost nutzen kann.