Wenn sie in eine Ersatzmutter eingepflanzt werden, sind die Chancen auf eine Schwangerschaft sehr hoch", sagt Prof. Thomas Hildebrandt, Abteilungsleiter für Fortpflanzungsmanagement am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildforschung (Leibniz-IZW) in Berlin. Die internationalen Forscher haben die Fortpflanzungstechniken, die üblicherweise bei einem Pferd eingesetzt werden, so an die besonderen Bedingungen von Nashörnern angepaßt, daß sie die Möglichkeiten des Schutzes des nördlichen Breitmaulnashorns vor dem Untergang bieten.
In einem weiteren Arbeitsgang werden die beiden verbliebenen Rhinozeroskühe nach einem neuen Untersuchungsverfahren mit Hilfe von Eiern gewonnen. Anders als bei den Weißen Rhinozerosse gibt es in Südafrika heute etwa 2.000 Exemplare der Arten des Südens. Mit Hilfe eines vor kurzem zum Patent angemeldeten Gerätes - knapp zwei Metern Länge - konnten die Forscherinnen und Forscher mehrfach und sicher Oozyten aus Rhinozerosen gewinnen.
Diese Eier wurden in Europa in Nashörnern gesammelt und dann an AVANTEA in Italien, einen der Weltmarktführer im Bereich der Großtierbesamung, gesandt. "Wir haben in unserem Technikum Methoden zur Reifung der Eier erarbeitet, die durch Intracytoplasmatische Spermainjektion (ICSI) gedüngt und dann gezüchtet werden.
Erstmals haben wir Rhinozeros-Blastozysten, ein Frühstadium eines embryonalen Syndroms, in vivo entwickelt. "Kryokonservierte Spermien von gestorbenen Nashörnern wurden zur Fertilisation verwendet. Mit der erfolgreichen Embryonenentwicklung ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Entstehung des ersten Weißen Nashorns durch Besamung erreicht. Bei unserem derzeitigen Projekterfolg kommt die halbe genetische Information des Hybridembryos aus dem Northern White Rhinoceros", sagt Jan Stejskal, Projektleiter für internationale Projekte im Safari Parks Dv?r Králové in der Tschechischen Republik.
In Králové wurden die beiden letztgenannten Tiere in Dv?r Králové zur Welt gebracht und stehen derzeit unter Naturschutz im "Ol Pejeta Reservat" in der Naehe des Mount Kenya Massivs in Ostafrika. Inzwischen sind wir gut gerüstet, um nach Kenia zu kommen und von den beiden letztgenannten Frauen Eier zu nehmen und dann Blastozyste zu züchten, in denen sowohl Eier als auch Spermien ausschliesslich von Nashörnern aus dem Norden kommen", sagt Hildebrandt.
Mehr als zwanzig Eizellen haben die Forscher aus europäischen Südnashörnern gesammelt, viele Embryonen erhalten und wissen, dass diese Methode wirkt. Die Reproduktionsmedizin und die In-vitro-Fertilisationstechniken allein würden jedoch nicht genügen, um eine selbsttragende Bevölkerung von Nashörnern mit der erforderlichen Genvielfalt aufzubauen, da es nur noch zwei weibliche Tiere gibt und die Spermien von nur vier Männern stammen.
"Zukünftig wollen wir in vivo primäre Bakterienzellen aus iPS-Zellen ( "induzierte multipotente Stammzellen") herstellen. Die iPS-Zellen werden aus Zellen des Körpers hergestellt, die in der Vergangenheit von mehreren Nashörnern des Nordens aufgenommen und erstarrt wurden. Im zweiten Verfahrensschritt werden diese Urkeimzellen dann in Eier und Sperma umgewandelt", erläutern Dr. Sebastian Diecke, Stammzellexperte am Max Delbrück Center for Molecular Medicine der Helmholtz Gemeinschaft (MDC) in Berlin, und Prof. Katsuhiko Hayashi, Stammzellexperte an der Kyushu Universität in Japan.
Bei AVANTEA haben wir bereits mit Erfolg die embryonalen Zellen aus weißen Südnashörnern erhalten, die alle Merkmale undifferenzierter Zellen aufweisen und sich in unterschiedliche Zellinien unterscheiden können", sagt Galli.
Als letztes männliches Nashorn stirbt im Jahr 2018 der Sudan an den Folgen des Alters. Leitung der Technologie-Plattform "pluripotente Stämme